Unternehmensgeschichte

Alles begann mit Professor Nils Alwalls Erfindung der weltweit ersten künstlichen Niere. 1961 traf der Industrielle Holger Crafoord bei einer gesellschaftlichen Veranstaltung auf Professor Alwall und hörte sich dessen Geschichte an. Holger Crafoord war tief beeindruckt und betrachtete die Entwicklung und Markteinführung dieser lebensrettenden Innovation als seine Pflicht.

Die Entwicklungsarbeit begann 1964 in Lund, Schweden. Das Unternehmen nahm den Namen Gambro an, der sich aus der Abkürzung des schwedischen Begriffs „Gamla Brogatans Sjukvårdsaffär Aktiebolag“ ableitet. Grob übersetzt bedeutet dies „Unternehmen für medizinische Produkte an der alten Brücke“. Die Serienfertigung von künstlichen Einmalnieren und Dialysegeräten wurde 1967 aufgenommen. Das erste Werk außerhalb Schwedens wurde in den 1970er-Jahren in Hechingen, Deutschland, gebaut.

In den nächsten 30 Jahren konnte Gambro sein Produkt- und Dienstleistungsportfolio durch Übernahmen erweitern. Hospal, COBE, REN und Vivra werden in diesem Zeitraum Teil des Gambro-Konzerns. REN und Vivra werden 2005 im Rahmen des Verkaufs sämtlicher US-Dialysekliniken an das US-amerikanische Dialyseunternehmen DaVita veräußert.

Am 3. April 2006 gab die Indap AB, ein Unternehmen, an dem die schwedischen Beteiligungsgesellschaften EQT und Investor AB beteiligt sind, ein öffentliches Übernahmeangebot an alle Anteilseigner von Gambro ab, um alle ausgegebenen Aktienanteile zu erhalten. Die neuen Beteiligungsverhältnisse von Gambro traten im Juni 2006 in Kraft.

Seitdem ist der Konzern in drei eigenständige Unternehmen unterteilt: Gambro für den Bereich extrakorporale Therapien, CaridianBCT mit Schwerpunkt auf Blutkomponententechnik und Diaverum, das die früheren Gambro-Dialysekliniken betreibt und an die Beteiligungsgesellschaft Bridgepoint veräußert wurde. Das neue Gambro-Unternehmen ist somit ein Medizintechnikunternehmen mit dem erklärten Ziel, sich im Bereich extrakorporale Geräte und Therapien an die Spitze zu setzen.

Meilensteine der Unternehmensgeschichte:

1964

   

Gründung von Gambro in Lund, Schweden, durch Holger Crafoord, einem Industriellen, der beschloss, die ersten künstlichen Nieren zu entwickeln und auf den Markt zu bringen.

1967

Einführung des Dialysators „Ad-modum-Alwall“

1971

Einführung der Membran AN 69, der ersten synthetischen High-Flux-Membran

1973

Eröffnung des ersten Werks außerhalb Schwedens in Hechingen, Deutschland.

1977

Vorstellung des ersten computergesteuerten Dialysegeräts AK-10 auf dem Nephrologiekongress in Helsinki, Finnland.

1983

Gambro-Aktien werden an der Stockholmer Börse notiert.

1987

Kauf von Hospal (einem europäischen Unternehmen, das 1977 durch die Fusion von Sandoz und Rhône-Poulenc entstand). Einführung der BiCart-Kartusche, dem weltweit ersten Trockenkonzentratsystem.

1988

Der Polyflux-Dialysator wird auf dem Markt eingeführt, der erste Dialysator der erfolgreichen Produktreihe von Gambro mit synthetischen, biokompatiblen Polyamidmembranen.

1990

Übernahme von COBE (US-amerikanisches Unternehmen, 1964 gegründet – im Bereich Nephrologie, Blutkomponententechnik sowie Herz- und Gefäßchirurgie tätig).

1991

Eröffnung der ersten Gambro-Dialyseklinik in Lund, Schweden.

1995

Einführung von Prisma, dem ersten Monitor für die kontinuierliche Nierenersatztherapie (CRRT) auf Intensivstationen.

1996

Gambro wird hundertprozentige Tochter von Incentive, einem internationalen Technologiekonzern.

1998

Incentive übernimmt den Firmennamen Gambro und läutet damit eine neue Ära ein.

2001

Eine neue, moderne Produktionsanlage für Dialysatoren wird in Hechingen, Deutschland, eröffnet. Eine neue Reihe von HD- und PD-Monitoren wird auf den Markt gebracht: Serena, AK 95 S, AK 200 S und AK 200 ULTRA S.

2004

Prismaflex, die nächste Generation des CRRT-Systems, wird ebenso wie das Wasseraufbereitungssystem WRO 300 auf dem Markt eingeführt. Gambro feiert 40-jähriges Jubiläum.

2005

Gambro veräußert seine US-Kliniken an DaVita.

2006

Indap AB, im gemeinschaftlichen Besitz von EQT und Investor AB, wird neuer Eigentümer von Gambro.

2007

Der Gambro-Konzern wird in drei separate Unternehmen aufgeteilt. Gambros Schwerpunkt liegt auf extrakorporalen Behandlungen.  Das neue, robuste und einfach anzuwendende Dialysegerät AK 96 wird ebenso wie die neue HCO 1100-Membran auf dem Markt eingeführt.

2008

Artis, die nächste Generation des Dialysesystems, sowie innovative Produkte wie der Evodial-Dialysator mit Heparinbeschichtung und die Dialysatoren Polyflux, Revaclear/Revaclear MAX werden auf dem Markt eingeführt. Zwei neue Produktionsanlagen werden eröffnet, eine für Dialysatoren in Opelika, AL, USA, und eine für Blutschlauchsysteme in Prerov, Tschechien.

2009

Die PrismafleX eXeed-Software wird mit neuen Optionen für die Behandlung einer Sepsis (SepteX und oXiris) auf den Markt eingeführt. Und die Theralite-Membran für die Behandlung der Myelomniere kommt auf den Markt. Gambro feiert 45 Jahre Innovationen.

2010

Gambro übernimmt CHF Solutions und erweitert damit seine Produktpalette für extrakorporale Behandlungen.

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